Das Haus (oder warum?)
Warum quäle ich mich selbst?
Warum zieht es mich immer zurück an
den Ort meiner Kindheit
- obwohl ich weiß, dass es besser für mich wäre,
dieses Kapitel
im Buch meines Lebens für immer zuzuschlagen??
Doch es ist
wie eine kranke Faszination, beinahe schon wie Magie.
Die Neugier obsiegt,
so
wie es den Täter immer wieder an den Ort
seiner Verbrechen
treibt.
Wannimmer sich mir durch meine Arbeit die Gelegenheit
bietet,
fahre ich an diesem, großen, dunklen Haus vorbei.
- Ist es von wem
bewohnt?
Ich sehe nie Licht.
Dennoch - der hektische Alltag verlangt
meine volle Aufmerksamkeit,
ich beginne zu verdrängen...
Aber eines
Tages: Da ist sie, die Fahrt,
dort ist die Straße, die ich nur zu gut
kenne.
Ein Kampf in mir selbst.
Blinker rechts oder links?
Abfahrt zur
Qual oder in die Ignoranz?!
Kein Weg führt mich nach Rom.
Die Gedanken
rotieren.
Herzrasen.
Muss mich selbst davon überzeugen, dass "alles in
Ordnung" ist,
dass dieser verwunschene Ort auch weiterhin ohne Leben
ist.
JA, ICH FAHRE DORTHIN, ICH FAHRE ZUM HAUS!
Was ich sehe,
irritiert mich
- ich bin verwirrt:
Ein Container, Bauschutt, ein
Maschendrahtzaun.
Neue Bewohner? Ein Umbau?
Ich sehe Erinnerungen aus Holz
und Steinen.
[...]
Ich lege den Gang ein, der Schmerz wird zu
groß.
Wie gerne hätte ich noch einmal einen Fuß über die
Schwelle
gesetzt,
das Tor zu meiner Vergangenheit aufgestoßen.
´´Face To Face´´ mit
den schrecklichen Ereignissen.
Doch dieser Wunsch wurde mir
verwehrt.
Ich gebe Gas.
Meine Augen tränen - muss wohl ein Staubkorn
sein...
Francis Craig 2005
