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Ein Licht in finsterster Nacht mute

Es war wieder eine dieser eiskalten Winternächte. Minutenlang stand ich am offenen Fenster und blickte über die schneebedeckten Baumwipfel.
Jeder Atemzug gefror zu Eis.
Kopfleere.
Ja, ich hatte den finalen Blues.
Jäh wurde ich von einem Plätschern aus meinen nicht vorhandenen Gedanken gerissen
„Ach ja!“. Ich schloss das Fenster und eilte ins Bad. Das Badewasser war übergelaufen.
Beim hastigen Zudrehen der altmodischen Kräne streifte ich eine der zahllosen Kerzen
am Wannenrand. Sie fiel ins Wasser. Schon wollte ich nach ihr greifen, als im selben
Moment mein Telefon klingelte. Auf dem Weg ins Schlafzimmer rutschte ich auf dem nassen Kachelboden aus. Im letzten Moment konnte ich mich an der Garderobe fangen. Mein langer, schwerer Baumwollmantel fiel dabei zu Boden.
„Hallo?“ – keine Antwort, scheinbar niemand am anderen Ende der Leitung.
>>Klick<< - Besetztzeichen.
Ich nahm einen weiteren, großen Schluck aus meinem Whiskyglas. Der Anruf hatte ein Räderwerk in meinem Kopf in Gang gesetzt. Schon lange hatte mein Telefon bisher geschwiegen. Wer wollte mich ausgerechnet in dieser Nacht – und um diese Uhrzeit-
wohl so dringend erreichen? Oder war es nur ein Zufall, ein „Falsch Verbundener ohne Benehmen?“- Trotz feuchter Augen musste ich leicht schmunzeln.

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